Die Situation in Bezug auf Wechselstuben in Prag ist Ihnen sicherlich bekannt. Nicht nur ein Ausländer hat bereits Erfahrungen mit unlauteren Praktiken von Wechselstuben gemacht. Es gibt eine Menge Dokumente, die Betrugsfälle von Wechselstubenbetreibern aufzeigen und sogar in Live-Übertragungen festhalten. Wie ist es also möglich, dass nichts dagegen unternommen wird? Wie ist es möglich, dass die Zentralbank solche Betrugsfälle toleriert?
Die Antwort lautet: Sie toleriert sie nicht. Nur reicht unser Gesetz für die Wechselstubenbetreiber nicht aus. Ein Beispiel unter vielen ereignete sich vor knapp einem halben Jahr. Die Tschechische Nationalbank nahm alle Wechselstuben ins Visier, die nicht gemäß den Regeln der ČNB handeln. Es wurden Geldstrafen in Millionenhöhe gegen Filialen verhängt, die absichtlich die Wechselkurse verfälschen oder ungültige Banknoten ausgeben. Ein weiterer Trick besteht darin, den auf der Informationstafel angegebenen Kurs nur an diejenigen auszuzahlen, die mehr als 1700 EUR umtauschen. Wenn Sie weniger umtauschen, erhalten Sie für einen Euro 16 CZK.
Was passiert also mit den Wechselstuben, die mit Geldstrafen belegt werden und dennoch weiterarbeiten? Ganz einfach: Die Bank verhängt eine Geldstrafe gegen das Unternehmen, das die Wechselstube betreibt, doch schon am nächsten Tag übernimmt ein anderes Unternehmen die Wechselstube, das über eine Lizenz verfügt und fröhlich weiterarbeiten kann. Zudem ist bei dem mit einer Geldstrafe belegten Unternehmen, wie beispielsweise Pemex Change, nur ein einziger Mitarbeiter beschäftigt. Dieser Mitarbeiter ist ukrainischer Staatsangehörigkeit, und in dem Moment, in dem das Unternehmen die Geldstrafe erhält und die Lizenz entzogen wird, befindet sich dieser Mitarbeiter bereits nicht mehr im Land. Und versuchen Sie mal, Geldstrafen von jemandem einzutreiben, der sich bereits in der Ukraine befindet.
Man könnte sagen, dass gerade die Lizenzen der Knackpunkt sind. Denn um eine Lizenz zu erhalten, braucht man weder eine Kaution noch eine fachliche Ausbildung. Man muss nicht einmal tschechischer Staatsbürger sein. Man muss einen langen Fragebogen zur Vertrauenswürdigkeit ausfüllen und erhält die Genehmigung innerhalb weniger Wochen.
Da die Banken solchen Betrügern machtlos gegenüberstehen, hat sich die Stadtverwaltung entschlossen, dagegen vorzugehen. Sie kündigt solchen Firmen die Mietverträge. Auf private Räumlichkeiten hat sie jedoch keinen Einfluss. Vorerst sieht es also nach einem Kampf gegen Windmühlen aus.